August
„M“ Jazzgambenquartett
Der Gambist Martin Tschoepe wagt mit diesem Quartett eine Verbindung, die es bisher noch nicht gegeben hat: Viola da Gamba und Jazz. Bisher kennt man die Gambe nur aus dem Kontext der alten Musik und die wenigen Versuche die von zu meist Barockgambisten unternommen wurden in die moderne Musik vorzudringen, bleiben doch eher zaghaft und unbefriedigend. Martin Tschoepe, der als studierter Jazzkontrabassist und Gitarrist tief im Jazz verwurzelt ist, bringt die Gambe in die Gegenwart und in den Jazz. Die Gambe ist hierbei als Instrument absolut verkannt, denn sie kann sowohl in der Art einer Gi- tarre, eines Violoncellos als auch des Kontrabasses eingesetzt werden. Diese Vielseitigkeit macht sie interessant und ungewöhnlich; dabei geht Martin Tschoepe absolut neue Wege, was die musikalische und technische Nutzung des Instrumentes betrifft: Die Gambe wird neu entdeckt und neu erfunden. Stillistisch bewegt sich das Quartett im modernen melodischen Jazz ohne Angst vor der Berührung mit verschiedenen Stilistiken und dem freien Ausdruck der Musiker viel Raum gebend. Immer improvisierend auf dem Weg Bilder zu erschaffen und den Hörer in neue Klangwelten mitzunehmen.
Uli Orth – Saxofon, Flöte, Klarinette; Klaus Spencker – Gitarre; Johannes Keller – Kontrabass; Martin Tschoepe – Viola da Gamba
Old Virginny Jazzband
Konzert des Jazzclub Garbsen. Überall, wo gepflegter Jazz der alten Schule gefragt ist, sorgt der Sound der Old Virginny Jazzband für ein gutes Feeling. Die Band präsentiert bevorzugt Jazz im Stil von Chris Barber und der Dutch Swing College Band – viele Evergreens, aber auch seltene Titel, die schon lange nicht mehr zu hören waren. Alle Musiker, die in der Band mitspielen, haben sich dem Oldtime-Jazz vom New Orleans Stil bis hin zu den Swing-Titeln der 30er Jahre verschrieben. Zusammen bringen die begeisterten Amateurjazzer, für die ihre Musik das schönste aller Hobbys ist, weit über 200 Jahre musikalische Erfahrung auf die Bühne.
Rainer Top, Trompete; Uli Petersen, Posaune; Thomas Schäf, Saxophon; Ben Trutz, Gitarre; Elkmar Winter, Bass
Silke Eberhard & Nikolas Neuser Duo feat. Clara Däubler & Willi Hanne
Felix Petry Trio
In diesem zeitgenössischen Jazz–Trio treffen Musizierende mit individueller Klangsprache und reichem Erfahrungsschatz aufeinander. Die Grundlage des Repertoires bilden Originalwerke, in denen Einflüsse von Avantgarde, Folk und Modern Jazz hörbar werden. Das Programm umfasst sowohl freies Powerplay als auch bluesig erdige Kompositionen.
Felix Petry – Tenor Saxophone, Querflöte; Clara Däubler – Kontrabass; Willi Hanne – Schlagzeug, Perkussion
Alexander Kranich
Tribute To Coco Schumann. »Ich bin ein Musiker, der im KZ war. Kein KZ-Insasse, der Musik macht«, hat Coco Schumann (1924-2018) stets betont. Während des Nationalsozialismus galt Jazz als »entartete Musik«, er spielte ihn trotzdem. Im März 1943 wird Coco Schumann denunziert und in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Er tritt der dort gegründeten Jazzband »Ghetto-Swingers« bei. Die Musik schützt Coco zunächst vor der Deportation in ein Vernichtungslager. 1944 kam er nach Auschwitz und machte auch dort weiter Musik. Er überlebte die Höllen des KZ und wurde nach dem Krieg der erste deutsche E-Gitarrist, machte mit Helmut Zacharias die ersten deutschen »Modern Jazz«-Aufnahmen und musizierte in einem Film von Heinz Erhardt. Alexander Kranich erzählt die Geschichte dieses Ausnahme-Gitarristen und wird bei dem Konzert die originale Gitarre Schumanns aus den 1940er Jahren spielen.
Coloured Tags
Die Musik von Coloured Tags entfaltet sich als offener Prozess zwischen spontaner Interaktion und unmittelbarer Erfindung. Aus feinen klanglichen Setzungen von Stimme, Holzbläsern, E-Gitar- ren, Bass und Schlagzeug entstehen vielschichtige Texturen, die sich zu energiegeladenen Kollektivimprovisationen verdichten und ebenso unvermittelt wieder auflösen. Dabei treffen expressive Gesten auf subtile Klangforschung, rhythmische Impulse auf freie, schwebende Räume. Von ephemeren Geräuschperlen bis zur elektroakustischen Abrissbirne ist alles möglich. Das Ensemble bewegt sich souverän zwischen Jazz, Neuer Musik und experimenteller Klangkunst und entwickelt dabei eine eigene, unverwechselbare Sprache. Ein Abend voller Überraschungen, Spannungsmomente und klanglicher Entdeckungen.
Sigrun Krüger – Saxophon, Klarinette; Marcel Reginatto – Saxophon, Flöte; Uwe Bade – Stimme, Gitarre, el; Wilson Novitzky – Gitarre, Bass; Ulrich R. Hoffmann – Schlagzeug, Percussion
Dadadüdeldü
„Dadadüdeldü“ beschreibt lautmalerisch und leicht selbstironisch das Konzept des Quintetts: Die fünf Musiker:innen Carolin Pook, Lars Däubler, Richard Häckel, Clara Däubler und Hannes Dunker setzen sich musikalisch mit dem vielfältigen Schaffen des Hannoveraner Ausnahmekünstlers Kurt Schwitters auseinander. Zeitgenössische Eigenkompositionen und freie Improvisationen bilden in- dividuelle Interpretationen von Schwitters’ Œuvre und zollen diesem Respekt. Ein Muss für Alle, die sich für Kurt Schwitters und/oder zeitgenössischen Jazz interessieren!
September
Rootbirds
Jazz der 1920/30er Jahre in frischem Gewand
Jazz im Park: Blackpoint Jazzmen
Die Blackpoint Jazzmen auf sind eine der herausragenden und gefragtesten Jazz-Bands des Landes. Seit ihrer Gründung 1960 wandelte sich die Gruppe von einer reinen New-Orleans- und Dixieland-Band zu einer vielseitigen Swing-Formation. Beim „Jazz im Park“ spielen sie als Sextett: Wolfgang Heidenreich (Trompete), Peter Albrecht (Posaune), Claus Cordemann (Saxophon und Klarinette), Bernd Senger (Bass und Gesang), der wunderbare Achim Kück am Klavier und der junge Profi Julian Nicolaus am Schlagzeug. Hier vereinen sich Amateur- und Profimusiker, die ihre treuen Fans begeistern und immer mehr junge Zuhörerinnen und Zuhörer gewinnen.
Jazz im Park: Big Band Berenbostel
Die Big Band Berenbostel des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Garbsen begeistert mit jungem, kraftvollem Bigband-Sound und grandiosen Sängerinnen und Sängern. Unter der Leitung von Felix Maier vereint die Band hohe Qualität, große Vielfalt, lange Tradition und jugendliche Energie. Sie gilt als erfolgreichste Jugend-Bigband Deutschlands. Mit zahlreichen Auszeichnungen bei deutschen Bigband-Wettbewerben hält sie den Rekord und gewann zuletzt 2025 den 1. Platz beim Deutschen Orchesterwettbewerb in Wiesbaden. Jeder Auftritt sprüht vor Spielfreude, verbindet musikalischen Anspruch mit stilistischer Vielfalt und bietet ein mitreißendes Erlebnis.
Matthew Lavoie
Wallahi le Zein! Unberührte Musik von den Kassettenmärkten Afrikas. Präsentation, Listening Session und Konzert. Matthew Lavoie sammelt seit über zwanzig Jahren Kassetten aus allen Teilen Afrikas. Er studierte in Dakar und arbeitete anschließend eng mit Musikerinnen und Musikern in Mauretanien zusammen. In Burkina Faso gründete er gemeinsam mit Seydou Koita – einem der aufstrebenden Gitarristen Westafrikas – die Gruppe Yeliza. Mehrere Jahre lang gehörte er zu den prägenden Figuren der kongolesischen Underground-Musikszene in Marokko. In seinem Heimstudio produzierte er Dutzende Underground-Hits und arbeitete mit den wichtigsten Stimmen der marokkanischen Rumba-Szene zusammen. Zuletzt trat er bei allen vier Ausgaben des New York Forward Festivals in Tanger auf.
Jazz im Park: Tudo Azul
Was passiert, wenn sich ein deutscher Jazzschlagzeuger in eine singende Ballerina aus Brasilien verliebt? Dann trifft Jazz auf brasilianische Leidenschaft, mit ihren komplexen Rhythmen und bunten Melodien. Tudo Azul („Alles Blau“) steht für einen authentischen, energiegeladenen Sound, der südamerikanische Leichtigkeit mit improvisatorischer Tiefe verbindet. Die junge, internationale Band präsentiert Eigenkompositionen sowie neue Arrangements brasilianischer Klassiker: rhythmisch vielschichtig, farbenreich und voller Spielvergnügen.
Jazz im Park: „XXL Sonntag“
11.00 bis 12.40 Uhr: Brazzo Brazzone
Brazzo Brazzone gelten als heißer Tipp in der Brass-Band-Szene. Seit mehr als zehn Jahren sind die sechs Italiener rund um Trompeter und Sänger Daniel Zeinoun auf Weltmusik-Mission und sorgen für unverschämten World Brass Groove. Die fünf Bläser samt Drummer entfesseln regelmäßig einen musikalischen Orkan, und zwar mit einer kunst- und lustvoll verwirbelten Melange unterschiedlichster musikalischer Einflüsse, ohne sich dabei für irgendwelche Stilgrenzen zu interessieren. Ihre „original brass musica molto speciale“ kommt mindestens genauso knallbunt daher wie das Outfit der Musiker. Brazzo Brazzone ist eine akustische und optische Macht und es wird natürlich wieder fulminant aufgetischt: Es wird jazzy, funky & extradancy!
13.00 bis 14.40 Uhr: Scarcella feat. Alicia Cibola
Wenn Alicia Cibolas Gänsehaut-Stimme auf die virtuosen Fusion-Soli von Julian Scarcella trifft, ist ein Sonntag voller Soul, Funk und Gospel garantiert. Gemeinsam mit Simon Asmus an den Keys und Sebastian Salas an den Drums verwandeln Scarcella and Friends jede Bühne in eine glitzernde Tanzfläche. Das Publikum erwartet eine charismatische Mischung aus Welthits und eigenen Songs, gewürzt mit spannenden Geschichten und purer Lebensfreude. Ein Mittag zum Tanzen, Lachen und Genießen, der perfekte Soundtrack für einen unvergesslichen Tag im Wahrendorff-Park.
15.00 bis 17.00 Uhr: Jimmy Reiter Band & Horns (Foto)
Die Jimmy Reiter Band bringt modernen, elektrischen Großstadtblues nach Ilten. Blues-in-Germany kürte Jimmy Reiter zum „besten zeitgenössischen Blueskünstler“. Und mit dem German Blues Award ausgezeichnet, gehört die Band zu den besten Bluesformationen Europas. Gitarrist und Sänger Jimmy Reiter spielt mit Jasper Mortier am Bass, Björn Puls am Schlagzeug und Horst Bergmeyer an den Keyboards ein vielseitiges Repertoire von urbanem Blues bis zu funky R&B. Beim Jazz im Park präsentiert die Jimmy Reiter Band die neue CD „Live“ in der großen Besetzung mit der dreiköpfigen Hornsection.